Wenn die winterliche Kälte allmählich nachlässt und die ersten Sonnenstrahlen die provenzalische Landschaft zu neuem Leben erwecken, zeigt sich Arles von seiner authentischsten Seite. Der Februar ist genau der richtige Zeitpunkt, um diese historische Stadt im Süden Frankreichs zu entdecken – fern ab der Sommerströme, mit milderen Temperaturen und Unterkünften, die nicht nur bezahlbar, sondern geradezu einladend sind. Wer mit Freunden auf der Suche nach einer Mischung aus Kultur, Geschichte und südfranzösischem Flair ist, findet hier ein Reiseziel, das überrascht und begeistert.
Arles im Februar: Warum gerade jetzt?
Der Februar mag auf den ersten Blick nicht der naheliegendste Reisemonat für die Provence erscheinen. Doch genau darin liegt der Reiz: Die Stadt gehört im Spätwinter den Einheimischen und jenen Reisenden, die das Authentische suchen. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber angenehm zwischen 10 und 15 Grad – perfekt für ausgedehnte Spaziergänge durch die engen Gassen und über die römischen Plätze. Die Luft ist klar, das Licht hat jene besondere Qualität, die einst Vincent van Gogh hierher zog, und die Atmosphäre lädt zum gemütlichen Verweilen in Cafés ein, ohne dass man sich durch Menschenmassen kämpfen muss.
Mit Freunden zu reisen bedeutet, gemeinsame Erlebnisse zu schaffen, und Arles bietet dafür die ideale Kulisse. Die Stadt ist kompakt genug, um sie zu Fuß zu erkunden, aber reich genug an Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen, um mehrere Tage zu füllen. Und das Beste: Im Februar sinken die Preise deutlich, sodass das Reisebudget weiter reicht als in der Hochsaison.
Zeitreise durch zwei Jahrtausende
Arles ist eine Stadt, in der Geschichte nicht nur in Museen konserviert wird, sondern im Alltag lebendig bleibt. Das römische Amphitheater thront majestätisch im Stadtzentrum und versetzt Besucher sofort in die Zeit der Gladiatoren zurück. Der Eintritt für die wichtigsten römischen Stätten liegt bei etwa 9 Euro pro Person, doch mit einem Kombiticket für mehrere Monumente lässt sich ordentlich sparen – für rund 16 Euro erhält man Zugang zu allen bedeutenden Sehenswürdigkeiten.
Das Theater, die Kryptoportiken und die Überreste der römischen Bäder erzählen von einer Zeit, als Arles eine der wichtigsten Städte des römischen Reiches war. Im Februar habt ihr diese historischen Stätten oft fast für euch allein, was das Erlebnis noch intensiver macht. Stellt euch vor, durch die Arkaden des Amphitheaters zu wandern, während das sanfte Februarlicht durch die Bögen fällt – ein Moment, der sich perfekt für gemeinsame Erinnerungsfotos eignet.
Auf den Spuren von van Gogh
Vincent van Gogh verbrachte einige seiner produktivsten Jahre in Arles, und die Stadt vergisst ihren berühmtesten Bewohner nicht. Überall in der Altstadt markieren Tafeln jene Orte, an denen der Maler seine Staffelei aufstellte. Das „Café de Nuit“ existiert noch immer, und obwohl sein Inneres nicht mehr dem berühmten Gemälde entspricht, lohnt sich ein Kaffee auf der Terrasse – für etwa 2,50 bis 3 Euro bekommt man einen Espresso und kann dabei das Treiben auf dem Place du Forum beobachten.
Die Fondation Vincent van Gogh präsentiert wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im Dialog mit dem Werk des Meisters. Der Eintritt kostet etwa 9 Euro, doch jeden ersten Sonntag im Monat ist der Zugang frei – ein Tipp, den budgetbewusste Reisende nutzen sollten.
Kulinarische Entdeckungen ohne Luxuspreise
Die provenzalische Küche ist legendär, und Arles macht da keine Ausnahme. Der Mittwochsmarkt auf dem Boulevard des Lices gehört zu den schönsten in der Region. Hier stapeln sich frische Oliven, würziger Käse, knuspriges Brot und lokales Obst – alles zu Preisen, die deutlich unter denen der Restaurants liegen. Ein komplettes Picknick für vier Personen mit Baguette, Käse, Wurst, Oliven und einer Flasche regionalem Wein lässt sich problemlos für 20 bis 25 Euro zusammenstellen.
Der Samstagsmarkt konzentriert sich mehr auf regionale Produkte und Antiquitäten und ist ebenfalls einen Besuch wert. Für das gemeinsame Abendessen mit Freunden empfiehlt sich eine der vielen kleinen Lokale in den Gassen rund um die Place de la République. Ein Drei-Gänge-Menü bekommt man hier bereits ab 15 bis 18 Euro pro Person, und die Qualität ist häufig ausgezeichnet. Besonders die kleinen Bistros abseits der Hauptstraßen bieten authentische regionale Küche zu fairen Preisen.

Übernachten ohne das Budget zu sprengen
Im Februar zeigt sich Arles von seiner großzügigsten Seite, was Unterkünfte angeht. Kleine Pensionen in der Altstadt bieten Doppelzimmer bereits ab 50 bis 60 Euro pro Nacht an. Wer mit Freunden reist, sollte nach Apartments oder kleinen Ferienwohnungen Ausschau halten – für eine Vier-Personen-Wohnung mit Küche zahlt man in dieser Jahreszeit oft nur 80 bis 100 Euro pro Nacht. Der Vorteil: Man kann selbst kochen, gemeinsam frühstücken und spart erheblich bei den Verpflegungskosten.
Viele Unterkünfte liegen in fußläufiger Entfernung zur Altstadt, sodass keine zusätzlichen Transportkosten anfallen. Die kompakte Größe der Stadt ist ein echter Vorteil für budgetbewusste Reisende.
Fortbewegung: Zu Fuß ist am schönsten
Die Altstadt von Arles lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt braucht man kaum mehr als 20 Minuten. Wer dennoch öffentliche Verkehrsmittel nutzen möchte, findet ein gut funktionierendes Bussystem – eine Einzelfahrt kostet etwa 1,30 Euro.
Für Ausflüge in die Umgebung – etwa in die Camargue oder nach Les Baux-de-Provence – empfiehlt sich die Anmietung eines Fahrzeugs für einen Tag. Teilt man sich die Kosten mit Freunden, bleibt es bezahlbar. Alternativ verbinden Regionalbusse Arles mit den umliegenden Orten zu günstigen Preisen, auch wenn die Taktung im Winter etwas reduziert ist.
Versteckte Schätze und besondere Momente
Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten birgt Arles zahlreiche kleine Überraschungen. Die Alyscamps, eine antike Nekropole, liegt etwas abseits der Touristenströme und bietet im Februar eine fast melancholische Schönheit. Der Spaziergang durch die von Sarkophagen gesäumte Allee ist kostenlos und gehört zu den stimmungsvollsten Erlebnissen der Stadt.
Das Musée Réattu beherbergt eine beeindruckende Sammlung zeitgenössischer Fotografie und Malerei. Für etwa 8 Euro Eintritt erhält man Zugang zu wechselnden Ausstellungen in einem charmanten Gebäude direkt an der Rhône.
Ein Spaziergang entlang des Flussufers bei Sonnenuntergang kostet nichts und schenkt unvergessliche Ausblicke auf die Stadt. Die Brücke, die nach Trinquetaille führt, bietet den perfekten Aussichtspunkt für Panoramafotos, besonders wenn die untergehende Sonne die Fassaden der Altstadt in goldenes Licht taucht.
Praktische Spartipps für Gruppenreisen
Wer mit Freunden reist, kann beim Essen kräftig sparen, indem mindestens eine Mahlzeit pro Tag selbst zubereitet wird. Die lokalen Bäckereien verkaufen frisches Brot bis spätabends, und die Supermärkte in der Innenstadt bieten regionale Produkte zu vernünftigen Preisen.
Viele Museen und Sehenswürdigkeiten bieten Gruppentarife oder Kombitickets an. Es lohnt sich, an der Touristeninformation nach dem „Pass Monuments“ zu fragen, der mehrere Tage gültig ist und deutliche Preisnachlässe bringt.
Der Februar ist auch die Zeit, in der viele Restaurants Mittagsmenüs zu reduzierten Preisen anbieten. Ein Zwei-Gänge-Lunch ist oft schon für 12 bis 14 Euro zu haben – deutlich günstiger als die Abendkarte.
Arles im Februar ist eine Entdeckung für jene, die Authentizität suchen und dabei nicht auf Komfort verzichten möchten. Die Kombination aus römischer Geschichte, künstlerischem Erbe, provenzalischem Charme und winterlichen Preisen macht die Stadt zu einem perfekten Ziel für eine Reise mit Freunden. Die gemeinsamen Erlebnisse zwischen antiken Mauern, in gemütlichen Bistros und auf sonnigen Plätzen schaffen Erinnerungen, die weit über die Reise hinaus Bestand haben – und das alles, ohne dass das Portemonnaie zu sehr strapaziert wird.
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